Kranksein und Tod

Der zweite große und selbsternannte Feind des Menschen ist der Tod, den man ebenfalls versucht zu besiegen. Diese Beschäftigung  verhindert offensichtlich, dass  man *das leben* näher kennenlernt. Denn über die Betrachtung einiger Auswirkungen des Lebens ist man bisher noch nicht hinausgekommen. Das Leben selbst als eigenständige Qualität ist jenen professionellen  Kreisen noch relativ unbekannt. Das ist auch deshalb auch nicht sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass  die Medizin von Anbeginn bis heute an Leichen lernt – und somit wohl mehr die Wissenschaft vom toten als vom lebenden Menschen ist.  Hier waltet dasselbe Urgesetzt wie im Schicksalsverlauf eines jeden Menschen. Man wird gezwungen, sich immer mit dem besonders intensiv zu beschäftigen, dem man widerstrebt.

aus: Schicksal als Chance von Thorwald Dethlefsen

vox humana

Nieder stieg ich zu vergessen,
was ich einst im Licht besaß

und doch nie bewußt besessen,

weil ich es noch nie vergaß.

Durch Vergeßnes muß ich dringen,
selber muß ich, geistgeweiht,

in Erinnerung erringen

meines Wesens Wesenheit.

Grabe*n muß ich Grabeshügel,
sterben lassen, was erstarb,

bis der Freiheit Flammenflügel

sich mein eignes Ich erwarb.

Bis die Worte in mir reden,
die ich unbewußt gewußt,

bis in mir der Garten Eden

mein wird in der eignen Brust.

Manfred Kyber

Abschied

Abschied heißt, die vielen Nebel unserer Vergangenheit zu durchkämmen. Ein wenig von der Macht der Gegenwart Abstand zu nehmen und das Damals mit seinen glänzenden Erinnerungen zu überblicken. Der Abschied beschattet alles mit einem mystischen Schimmer, der tief in dir Worte zu wecken vermag, über die dein Verstand nur seine Wahrheit senken kann.

(unbekannt)

aus dem Mondkalender

Die Freuden des Lebens müssen nie gesucht werden, sondern gefunden und gesehen, wo sie sich von selbst darbieten. Alle guten Anlagen bedürfen nach meiner Meinung der Übung, die Besonnenheit aber ganz besonders.

Xenophon