Bevor ich den Mann mit den weißen Schuhen traf, hätte ich diese Geschichte anders, bzw. gar nicht erzählt.
Mein Kaffee war heiß, das trockene Käsebrötchen sah nicht sehr verlockend aus. Unzufrieden und frustriert starrte ich, wie die meisten hier im Cafe, auf mein Smartphone. Seit ewigen Zeiten war ich allein und wieder blieb mein Date nur im Versuch. Niemand kam und so musste ich eine weitere Enttäuschung hinunterwürgen und einmal mehr akzeptieren, dass man bei meinem bloßen Anblick schleunigst das Weite suchte.
„Bonjour“ sagte da eine sonore Stimme und ich blickte auf. „Ist hier noch Platz“ fragte der schlaksige ältere Mann. Im Anzug, Schlips und weißen Turnschuhen war er eine auffällige Erscheinung. Sehr dünn, vielleicht auch schon sehr alt lächelte er mich sehr sympathisch und zugewandt an. Sein gepflegter Oberlippenbart, schneeweiß, war eine Augenweide.
Als er sich setzte, so warm sein Blick der auf mir ruhte, bestellte er sich ein Gedeck und meinte, ich sähe aus, als ob ich auch ein brauchte. So kam der Cafe mit Schuss und wir verbanden langsam und unabsichtlich unser Seelenband. Wie magnetisch angezogen tauschten wir Gedanken, erzählten die Geschichten, die Welt um uns verschwand, die Gedecke reichten sich die Hände und diese Weite unserer melodischen Zugewandtheit floss immer stärker durch unsere Herzen.
So etwas hatte ich noch nie erlebt und deshalb erzähle ich euch ungerne, dass er nach dem Toilettengang nicht wiederkam und einfach so verschwand ….
vanga